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Fritzchen beim Pinguin

Es war gegen Ende des vorigen Jahrtausends, da verschlug es mich nach Nürnberg, einer netten Stadt in Franken. Ich hatte da schnell gelernt, dass ich die Nürnberger nicht als Bayern bezeichnen darf, obwohl es geographisch in Bayern liegt. Ich bin ja auch Grazer und nicht Steirer. An die andere Währung hat man sich schnell gewöhnt, auch die Sprache versteht man schnell. Wobei die Franken mit meinem Dialekt nichts anfangen konnten.

Was aber einen gut genährten Österreicher aus der Bahn wirft ist die Qualität der Nahrungsmittel. Generell ist mit Milch im Supermarkt die Haltbarmilch gemeint. Die gibt es dort palettenweise. Will man eine echte Milch, so muss man nach ,,Frischmilch`` Ausschau halten. Man sucht ewig bis man eine trinkbare Milch findet, die ist aber nach 2 Tagen ungeniessbar. Das selbe bei Bier. Bestimmt gibt es dort auch trinkbare Marken, aber an ein ,,Murauer`` oder ,,Wieselburger`` kommt dort kein Bier heran. Dafür ist in Deutschland das Fleisch sehr billig. Inzwischen wissen wir ja warum.

Oder versuchen Sie einmal, eine passable Pizzeria zu finden. Sicher, es gibt brauchbare, aber das ist die Ausnahme, die Regel ist jedoch, dass dort die Pizzen eines sind: geschmacklos. Das allerschlimmste ist jedoch, dass man in Deutschland kaum geniessbaren Kaffee bekommt. Also rein in den roten Elektrofachmarkt, eine Kaffeemaschine gekauft und selbst das private Kaffeehaus eröffnet.

Aber Nürnberg hat auch Vorteile. Da ich meist gegen 10.00 Uhr zur Arbeit fuhr, stand ich zwangsweise 2 Stunden in der gebührenpflichtigen Kurzparkzone. Aber ich hatte dafür kein einziges Mal ein Strafmandat erhalten. Braves Nürnberg.

Nur einmal, als ich dachte: ,,Fritz, jetzt sparst du einmal, kaufst dir einen 10 Fahrten-Schein für die U-Bahn und lässt das Auto stehen.``. An diesen Tag bekam ich natürlich einen Zettel über 20 DM aufs Auto. Die Bareinzahlergebühren waren dann nochmal 10 DM. Ich war sauer. Genau so sauer wie zu dem Zeitpunkt als mich ein Arbeitskollege aufklärte, dass ich beim 10 Fahrten-Schein bei 1 anfangen muss zu entwerten und nicht bei 10. Damit war mein Fahrschein nach einer Fahrt über 3 Stationen bereits aufgebraucht.

Manche werden meinen in Österreich ist auch nicht alles eitel Wonne, da möchte ich hier zitiern, wie ein Deutscher Österreich sieht. Christian Z. meint über Österreich:

Zum Beispiel habe ich in Wien auf der Straße übernachten müssen (im Januar), weil die keine richtigen Klingeln haben und als 17-jähriger Azubi, hat man kein Geld für Hotel. Und außerdem regnet es da immer. Und wenn es mal nicht regnet bekommt man eine Organstrafverfügung (oder irgendwie so ähnlich).

Das mit den Organstrafverfügungen stimmt schon, die bekommt man wirklich dauernd.


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Fritz Ganter
2001-06-10