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Die Tatsache vom Froschkönig

Vor langer, langer Zeit, als Wünsche noch in Erfüllung gingen, da frau gerade erst das Weihnachtsfest erfunden hatte, lebte ein König, dessen Söhne waren alle schön und klug. Aber der Jüngste von ihnen war der Schönste und der Klügste, so schön, daß die Sonne selber, die doch so vieles schon gesehen hatte, sich verwunderte, sooft sie ihm ins Gesicht schien.

Und dieser Prinz, nennen wir ihn einfach einmal Fritz G., dieser Prinz nun wurde von allen Mädchen dieser Welt begehrt. Von Hübschen wie auch von Häßlichen. Und eine von diesen häßlichen war eine Hexe, und die begehrte ihn am meisten von allen, nicht nur weil er so schön, sondern auch weil er so außergewöhnlich klug war. Doch der Prinz wollte unbedingt eine hübsche und kluge Prinzessin, die nicht nur hübsch, sondern auch schlau und fleißig wie eine Biene war. Und ihr Name sollte klingen wie das Summen einer Biene --sss--sch--, und Grübchen sollte sie haben wenn sie lachte. Ja, so stellte sich der Prinz das Mädchen vor, dem er seine ganze Liebe schenken wollte.

Aber die Hexe war absolut nicht sein Typ und so wollte er nichts von ihr wissen. Die Hexe aber war darüber so böse, daß sie in ihrem finsteren Herzen beschloß, den hübschen Prinzen zu verwünschen.

So lauerte die böse Hexe den Prinzen, der hübsch und klug zugleich war, auf seinem Weg zum Teehändler auf. Als sie ihn erblickte stellte sie sich ihm in den Weg und sprach mit schriller Hexenstimme:

,,Prinz, Prinz, alle Frauen du betörst, mich aber du nie erhörst. du brachtest mein Herz ständig in Nöte, so seiest du fortan eine Kröte`

Dann gab sie ihm noch eins mit auf den Weg indem sie ihm sagte, daß er so lange ein Frosch bleiben würde, bis ein hübsches Mädchen ihn deswegen küssen würde weil sie seine inneren Werte so toll findet.

Als der Frosch dann so umher hüpfte, war er sehr traurig, weil er wußte, daß man kaum ein Mädchen finden könne, das bei einem männlichen Wesen nicht aufs äußere sah.

So kam es, daß der verwunschene Prinz sich eine Gegend zum Wohnen aussuchte, die einem Frosch gefällig war. Das war damals noch nicht schwierig da es noch genügend ökologisch ausgeglichene Feucht-Biotope4.1gab. So verbrachte er seine Zeit nahe eines Schloßes, in dem ein König mit seinen schönen Töchtern wohnte. Und die jüngste der Töchter, die gar nicht so übel aussah, pflegte gerne bei einem Brunnen nahe dem Teich zu spielen. Das war zwar recht kindisch für ein Mädchen im heiratsfähigen Alter, aber es störte auch niemanden. Und sie spielte am liebsten mit einer Plastikkugel die goldfarben angemalt war. Aber das wußte sie nicht, man hatte ihr nämlich gesagt, es wäre eine Kugel aus purem Gold. Und sie glaubte das auch. Soviel zum Thema Naivität.

Und wie sie eines Tages so mit ihrer goldenen Kugel spielte, ihr diese ausglitt und geradewegs in den Brunnen fiel. Der Prinz, dem meistens recht fad war, sah das als eine willkommene Abwechslung und begann bei der Prinzessin kräftig zu baggern.

Dabei hopste er auf die flennende Prinzessin zu und sprach: ,,Was hast du, Königstochter, du schreist ja, daß sich ein Stein erbarmen möchte.`` Der hübsche Frosch fand den Spruch eigentlich recht blöde, aber er hat ihn irgendwann mal gelesen, wenn er doch nur wüßte wo das war!

Die Prinzessin fand jedoch sofort wieder zu der ihr inne wohnenden Überheblichkeit zurück und antwortete gelassen: ,,Ach, du bist's, alter Wasserpantscher``. Der Frosch, nett und höflich wie er halt ist, schlug ihr mit sanfter Stimme vor: ,,Sei still, und weine nicht. Ich kann dir helfen, aber was gibst du mir, wenn ich deine Kugel wieder herauf hole`. Aus dieser Antwort kann man genau heraushören, daß er kurz vor seinem Abgang von der Welt der Menschen erfolgreich einen Marktwirtschaftskurs abgeschlossen hatte. Die Königstochter bot ihm sogleich an, was sie locker entbehren konnte: ,,Was du willst, lieber Frosch, meine Kleider, meine Perlen und Edelsteine, auch noch die goldene Krone, die ich trage.``. Das das natürlich alles Modeschmuck und sonstiger Ramsch war, verschwieg sie natürlich, sie glaubte den Frosch übervorteilen zu können wie einst der alte Columbus die Westinder. Dann bot sie ihm noch einen großen Teller voll Marillenknödel4.2 an. Aber er wollte was anderes.

Er wollte bescheiden nur das, wovon jeder junge Mann träumt: Liebe, Geborgenheit, Zärtlichkeit, jemand der zuhört. Mehr wollte er nicht. Vielleicht noch ein kleines Auto. Ganz klein, wo vielleicht nur zwei sich liebende Menschen darin Platz finden könnten. Ein rotes. Eines, wo ein kleines Pferdchen vorne auf der Motorhaube drauf ist. Eines, mit dem man vielleicht 10 Tagesmärsche pro Stunde fahren konnte4.3. Naja, und vielleicht noch eine kleinen Unterschlupf für sein Auto. Und ein kleines Häuschen, damit sich die Garage nicht so einsam fühlen mußte. Etwas Grund ums Häuschen herum, damit es nicht Platzangst bekäme.

,,Wohnst du in einem Schloß` fragte der Frosch die Prinzessin. ,,Ja`` erwiderte sie, ,,ich wohne in einem Schloß mit viel Grund herum und Stallungen für die Pferdchen.``. ,,Ich liebe auch kleine Pferdchen`` sagte er verschmitzt, nicht ganz ohne dabei an den glänzenden Ferrari-roten Lack zu denken, der das Pferdchen umgeben würde. ,,Gut,`` sagte er, ,,wenn ich in deinem Schloß wohnen, an deinem Tisch essen, in deinem Bettchen schlafen kann, so will ich dir deine Kugel herauf holen.`` Ihr gefiel diese 'zuerst Leistung, dann bezahlen'-Methode und sie willigte ein. Wobei sie nicht im Traum daran dachte seine Wünsche zu erfüllen, wenn sie ihre Kugel nur erst einmal hätte.

Man merkte ihr auch in diesem Fall ihre Unerfahrenheit an. Sie hatte keine Ahnung von Inkassobüros, gerichtlichen Zahlungsbefehlen und Exekutoren. Wobei man zu ihrer Verteidigung sagen muß daß sogar Jahrhunderte später die sonst so fortschrittlichen Menschen ebenfalls daran glaubten, daß man sich seinen Zahlungsverpflichtungen durch ignorieren entziehen könne. Und sie hatte auch keine Ahnung von der Sturheit dieses kleinen grünen Frosches mit seinem weißen Bäuchlein. Denn er als Frosch wußte wie man seinen Forderungen Nachdruck verschafft, und da wird er diese Prinzessin wohl kleinkriegen. Dachte er zumindest. Aber dünne Menschen, und da besonders Prinzessinnen, sind zäh. Manchmal sogar ungenießbar zäh.

Auch wenn es wie ein Vorurteil klingen mag: es besteht doch ein grundlegender Unterschied zwischen den dünnen, häßlichen und den dicklichen, hübschen Menschen. Dicke Menschen sind gemütlicher, schwerer aus der Ruhe zu bringen, sie regen sich auch kaum auf. Das ist alles eine Folgeerscheinung ihrer mit ihrer Fettleibigkeit einhergehenden Trägheit. Sie sind einfach zu faul um aus der Haut zu fahren. Was sie allerdings zu sehr beliebten Zeitgenossen macht. Besonders als Spielball für Kinder leisten sie gute Dienste. Im buchstäblichen Sinn wie auch verbal. Einem Dicken kann man viel sagen ohne daß er böse wird. Dicke beschwören nie schwerwiegende Konflikte herauf. Dicke streiten sich nicht mit ihren Nachbarn. Dicke fangen keine Kriege an. Man möge dicke Menschen jedoch nicht mit FETTEN verwechseln. Das ist was ganz anderes. Ein fetter Mensch, der seine Körperfülle meist vom Saufen und Fressen4.4 hat, kann oft ein Ungustl sein. Ich für meine Person habe meine Rundungen durch begeisterten Genuß meiner eigenen Kochkünste liebevoll im Schweiße meines Angesichts redlich verdient.

Dünne Menschen hingegen sind leicht gereizt, nicht immer sonderlich friedliebend. Sie sind schnell beleidigt und man muß tatsächlich vorher überlegen was man sagt bevor man es ausspricht. Was natürlich den Dicken zuwiderläuft, der darin nur eine unötige Anstrengung sieht. Dünn zu sein ist ein Zeichen des nicht genießen-könnens von Dingen die das Leben so richtig interessant machen: das Essen.

Nun, die Prinzessin war ausgesprochen dünn, und der Frosch, den man durchaus als dick bezeichnen konnte, schätzte sie bereits dementsprechend ein. ,,Nur nicht reizen` dachte er bei sich, ,,Frosch weiß nie wie diese Dünnen reagieren.``.

,,Was ist jetzt? Hilfst du mir oder was` fauchte sie ihn an, was ihn brutal aus seinen Gedanken riß. ,,Natürlich hol' ich dir deine Kugel, ich vertraue dir ja.`` erwiderte der Frosch, die Prinzessin nicht reizend. ,,Vertrauen? Was hat das mit meiner Kugel zu tun` meinte die ungeduldige Süße, die ja absolut keine Ahnung von Dickerchens Gedankengängen hatte. Der Frosch, in seiner den Männern eigenen Naivität, fühlte sich --unberechtigterweise-- der Prinzessin überlegen.

,,Nunja``, meinte der Frosch, sprang in den Brunnen, tauchte hinab und brachte nach wenigen Augenblicken die Kugel herauf. Mit einem Lächeln, das den Stolz eines Frosches ausdrückte, der eben eine schier unmögliche Heldentat vollbracht hatte, überreichte der Frosch ihr mit geschwellter Heldenbrust die goldene Kugel.

Doch das kalte Wasser hatte auch sein Mütchen gekühlt, und er sah sie plötzlich nüchterner. Er sah nun nicht nur das liebe, nette bezaubernde junge Mädchen, daß als Prinzessin sogar eine sicheren Job hat. Nein, er sah nun genauer hin und erschrak als sein Blick auf ihr Haar fiel. Jetzt fiel es ihm wie Schuppen von den Augen -- sie war blond!

Nicht das er von Haus aus irgendwelche Vorurteile gegen blonde Frauen hegte, ganz und gar nicht. Es war ihm halt im Laufe seines Lebens aufgefallen, daß die dummen Mädchen eigentlich auch immer blond waren.

Oder ein anderes Beispiel: Er hatte kürzlich ein junges Mädchen kennen gelernt das ihn sehr beeindruckte. Sie hieß Elisabeth und wurde von Freunden Lisa genannt. Er fand, daß sie das süßeste Mädchen wäre, daß er kennt. Aber er durfte sie vertraulich b.B. nennen. Dafür nannte sie ihn Häuptling ,,Dicke Wampe``. Was ihn sehr freute, denn es klang irgendwie ehrfurchtsvoll, drückte eine gewisse Ruhe und Weisheit aus. Und wenn er ihr eine besondere Freude machen wollte nannte er sie, ihrem geheimsten Herzens-Wunsch entsprechend, Sissy.

Auf jeden Fall stellte er erstaunlicherweise, und vielleicht sogar das erste mal in seinem froschigen Leben fest, daß sie beide verwandte Seelen sind. Beide haben eine feine Liebe für das Schöne, haben Geschmack, wissen Kitsch von Kunst zu unterscheiden, wobei er vielleicht doch irgendwie Schönheit und Kunst mehr als sie in technischen Dingen sieht. Denn in seinem zivilen Leben ist der Frosch Computer Experte.

Sie hatte auch die Eigenschaft, denselben erlesenen Musik-Geschmack wie er zu haben. Sie haßt steirisch. Gut! Sie haßt Schlager. Gut! Musikantenstadl ist für sie ein Wort ewiger Verdammnis. Wird ja immer besser!

Aber sie liebt die weiche, aber doch bestimmt betonende Stimme einer Randy Crawford. Sie liebt die Musik, die in den 60er Jahren noch als Neger-Musik und unmusikalischer Lärm abgestuft wurde. Die aber heute im Vergleich zu heutiger moderner Musik (die ist ja wirklich nicht zum Aushalten, keine Melodie, nur bumm-bumm-bumm) richtig klassisch klingt. Sie schwelgt auch gerne in den sanften Saxophonklängen eines Kenny G, und von Grover Washington jr. wäre sie auch bestimmt begeistert wenn sie ihn kennen würde. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, daß dieses perfekte Geschöpf tiefschwarze Haare hat. Tiefschwarz -- die unblondeste Farbe die es gibt!

Aber ein Blondine? Was kann man von der erwarten? ,,Schatz, gehen wir in die Disco`, mehr würde sie an musikalischer Feinsinnigkeit nicht aufbringen.

Es ist ja nun nicht so, daß es keine blonden Männer geben würde. Nur sind halt Männer eher innerlich blond, d.h. man sieht nicht auf den ersten Blick, welche Typen zu vergessen sind. Das heißt, ich sehe das sofort. Aber seine jeweilige weibliche Begleitung glaubt mir das nie. Sie soll schon sehen, was dabei rauskommt. Innenblonde Männer glauben auch, sie hätten Anspruch auf immer neue, jüngere Frauen. Solche Männer erkennt man daran, daß sie für ihren Computer immer die neueste Software haben wollen.

Mit den Computerprogrammen und Frauen ist das so ein Problem: Die Männner wollen immer eine schöne Frau. Aber meist kann man mit ihr nichts anfangen, bei der kleinsten Belastung brechen sie zusammen und eine echte Kumpel-hafte Zusammenarbeit ist absolut nicht möglich. Andere Frauen hingegen, die ,,nur`` normalschön bis wenigerschön sind, sind auf Dauer auf jeden Fall vorzuziehen. Nach einiger Zeit hat man sich an das Aussehen der Frau, egal ob jetzt bildhübsch oder traktorlike, gewöhnt. Aber dann kommen die inneren Vorzüge zum Tragen. Bei der ,,Normalfrau`` braucht man nicht zu fürchten, daß sie bei der kleinsten Belastung zusammenbricht. Man kann sich auf sie verlassen, man kann mit ihr Pferde stehlen, und allen möglichen Sinn und Unsinn anstellen. Und das bis ans Lebens-Ende oder noch länger.

Es ist ganz gleich wie bei Computerprogrammen. Die heutigen Programme sind äußerlich wunderschön anzusehen und versprechen (auf der Verpackung) einiges. Destolänger man aber das Programm verwendet, umso mehr kommt man drauf, daß das bildhübsche Programm bei der kleinsten Belastung abstürzt. Und die tiefen Dinge eben nicht kann. Und man kann nicht widerstehen von Version 2.0 auf die alles versprechende Version 6.0 upzudaten, in der Hoffnung das alles besser wird. Aber es wird nur die Oberfläche schöner. Naja, Männer versuchen ja auch ständig, die Frau von 60 auf 20 upzudaten.

Als Quintessenz könnte man sagen: Finger weg von Blondinen, und von Männern, die nicht gut genährt sind.

,,Sicherlich,`` mag vielleicht der geneigte Leser sagen, ,,sicherlich hast du da recht damit, daß blond gleichbedeutend mit dumm ist. Aber gilt das eigentlich für alle Blondinen? Oder nur für die Naturblonden`.

Nun, weder noch. Wenn man genauere Untersuchungen anstellt, so entdeckt man, daß eigentlich nur gefärbte Blondinen echte Blondinen sind. Denn nur die sind so dämlich sich freiwillig blond färben zu lassen. Die Beweise liefern Kelly Bundy (seit dem Alter von 7 Jahren gebleicht und Stroh-dumm) und Dr.Sissy Sch. welche naturblond und total klug ist.

Habe ich schon von dem süßesten Mädchen, das ich momentan kenne, erzählt? Sie heißt Jasmin, gleich wie mein silber-roter Goldfisch. Ach ja, ich habe inzwischen ein kleines Aquarium, mit momentan 3 Fischen. Zwei Goldfische und ein kleiner Fensterputzer. Ich habe erst drei tragische Todesfälle unter den Aquarium Bewohnern zu verzeichnen. Die Todes-Ursache dürfte zwischen zu heißem Wasser, Überfütterung und Verhungern liegen. Oder eine Kombination daraus. Auf die Idee, mir ein Aquarium zu zulegen brachte mich meine australische Brief Freundin. Ihr Name ist Nyree, man spricht es njjurie aus, aber ich nenne sie neiri. Wir kennen uns eigentlich nur über das Internet abgesehen von ein paar Telefonaten. Wir kommunizieren sonst elektronisch über das Internet, was auch seine Reize haben kann. Vor allem schont es die Brieftasche.

Es scheint, als wäre ich etwas abgeschweift. Also, der Frosch brachte die Kugel zurück und wurde gewahr, daß die Prinzessin blond war und eine Zahnspange trug. Sie sah damit so lieb aus, aber sie war schwer zu verstehen. Deswegen mußte der Frosch öfter mit einem ,,Quak` nachfragen, wobei er nicht wußte, ob es nicht nur deswegen war, damit er sie öfter reden hören konnte.

Es war immer sehr lustig ihr zuzuhören, weil sie manchmal französisch sprach (wie es Prinzessinnen eben oft tun) aber englische Wörter rein mischte.


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Fritz Ganter
2001-06-10