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Wieder in Barcelona

11 Uhr, Barcelona, der Bauch hält: Drei Wetter Fritz. Ich bin gut angekommen, habe jedoch wegen der großen Müdigkeit den ganzen Flug verschlafen. Ich bin richtig froh, dass sich neben mir kein liebreizendes, hübsches nach einem reiferen Mann lechzendes Mädchen gesetzt hat. Ich wäre doch glatt neben ihr eingeschlafen. Dieses mal werde ich keine abenteuerliche Ausflüge unternehmen, sondern nur lesen, am Buch schreiben und ich lebe auch ziemlich internetunterversorgt.

Die Praxis zeigt aber, dass ich den Vormittag doch mit schlafen verbringe, da ich doch bis spät in der Nacht noch auf bin, lese, am Buch schreibe, oder auch nur doof in die Glotze schau. Auch am ersten Jänner pflegte ich erst um 17.00 Uhr zu erwachen, in Barcelona pflegt man Silvester recht lange zu feiern, und ich hätte mir nie gedacht, dass die U-Bahn an einen Feiertag um 7.30 Uhr (früh!) so gedrängt voll ist.

Auch die nächsten Tage laufen zeitlich etwas verschoben ab, ich sass bis 4 oder 5 Uhr in der Früh vorm Notebook, bastelte, forschte und schrieb wieder mal an meinen Memoiren. So erwachte ich oft schon am frühen Nachmittag, und nahm lediglich ein spärliches Frühstück zu mir. Die Abwesenheit vom heimischen Herd wirkt sich figurmässig immer positiv auf mich aus, so ein Städtetrip macht mich so immer um die 5 Kilo leichter. Auch in Barcelona zeichnet sich diese Entwicklung ab, jetzt gerade ist Gert nur mehr um 10,3 Kilo leichter, dieser Fettsack. Ausserdem bin nicht einmal doppelt so schwer als seine zierliche Frau.

Sicherlich, ich nehme mir ja jeden Tag vor, in die Stadt zu gehen. Anderseits ist es sicher mühsam, ich kenne die Stadt schon und ich muss ja auch die Wohnung hüten, damit der Einbrecher nichts in böser Absicht wegträgt. Da jetzt aber so alle Grundnahrungsmittel wie Kaffee, Öl und Schokolade zur Neige gehen, muss ich wohl wieder einen Grosseinkauf machen.

Wieder ist es bald früher Morgen, heute wurde ich neununddreissig. Bald wird man mir die Anfang dreissig nicht mehr glauben. So schreibe ich hier am Buch, der MP3-Player von meinem Notebook spielt Viktor Lazlo, die Älteren unter uns werden sich noch an sie erinnern, eine hübsche Frau mit einer wunderschönen, erotische Stimme. Sollte ihnen, geneigter Leser, der Name Viktor Lazlo anderweitig bekannt vorkommen, so irren Sie nicht. Viktor Lazlo ist eine Figur aus Casablanca.

Der Urlaub verging wie im Flug und ich flog mit der Lauda Air wieder zurück. Beim Anblick der ausgesprochen hübschen Stewardessen muss ich wieder an Anja denken. Ich freue mich schon auf ein Wiedersehen und war auch heilfroh, dass ich ihr kürzlich erst eingeschärft hatte dass sie vorsichtig mit ihrem neuen Snowboard sein soll. Sie wird wohl auf mich hören, die süsse Maus. Die jungen Dinger sind ja oft so übermütig beim Wintersport. Plötzlich riss mich eine Stewardess aus meinen Gedanken: ,,Was möchten Sie zum Essen` fragte sie mich freundlich. ,,Pizza bitte`` entgegnete ich. Die nette Dame meinte, dass sie nur Schnitzel und Fisch hätte. Was fragt sie mich dann was ich will wenn sie mir meinen Wunsch eh nicht erfüllen kann. Ich nahm ein Schnitzel, es war köstlich. Nur der Kaffee war in der altgewohnten mieserablen Lauda-Qualität. Wobei der Kaffee wohl mehr schlecht riecht als schlecht schmeckt.


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Fritz Ganter
2001-06-10